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    Von Stalin zu Putin. Auf der Suche nach Alternativen zur Gewalt- und Herrschaftspolitik
    Von Stalin zu Putin. Auf der Suche nach Alternativen zur Gewalt- und Herrschaftspolitik

    Wjatscheslaw Daschitschew

    Von Stalin zu Putin. Auf der Suche nach Alternativen zur Gewalt- und Herrschaftspolitik

    • 978-3-902732-33-0
    • Aus dem Russischen übersetzt von Christina Brock
    • 580 Seiten, 15 x 23 cm, gebunden
    69,90 €

    Prof. Dr. Wjatscheslaw Daschitschew (Jahrgang 1925), im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis 1945 Erkundungsoffizier an der 4. Ukrainischen Front, wirkte durch seine langjährige Tätigkeit als Leiter der Abteilung für außenpolitische Probleme am „Institut für die Wirtschaft des sozialistischen Weltsystems“ bei der Akademie der Wissenschaften der UdSSR von 1973 bis 1990 an der Beratung von einander abwechselnden Parteiführungen und Sowjetregierungen mit.

    Zu Beginn der Perestrojka fungierte als außenpolitischer Berater Michail Gorbatschows. Daschitschew gilt als einer der Wegbereiter der Ost-West-Entspannung und als Schrittmacher der Wiedervereinigung Deutschlands. Er setzte sich im „Ostblock“ zu einem Zeitpunkt für Menschenrechte, Demokratie und Marktwirtschaft ein, als das noch mit Verfolgung und Ausgrenzung verbunden war. Immer im engen Kontakt mit der sowjetischen Führung, nahm er Einfluss auf wichtige Weichenstellungen und legte auch unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile stets den Finger in die Wunde der Zeit. Die Erfahrung, die er mit totalitären Systemen machte, ließen ihn zu einem erbitterten Gegner jeglicher Form von „messianischer Hegemonialpolitik“ werden, die er als unheilvoll für die friedliche und freie Entwicklung der Völkergemeinschaft ansieht.

    Der fließend Deutsch sprechende Wissenschaftler, der von 1991 bis 1998 als Gastprofessor an deutschen Universitäten lehrte, gilt auch als profunder Deutschlandkenner, weshalb die Analyse der deutschen Verhältnisse in seinem Werk auch breiten Raum einnimmt. Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) würdigte Daschitschews entscheidenden Einsatz für die deutsche Einheit und wünschte sich 2005 von Daschitschew „noch viele Beiträge zur Gestaltung einer besseren Welt“.

    Daschitschew, mittlerweile hochbetagt, lässt in dem vorliegenden Buch die einzelnen Stationen seines ereignisreichen Lebens Revue passieren. Zweiter Weltkrieg, Stalinismus, Ost-West-Konflikt, KSZE-Prozess, Mauerfall und deutsche Wiedervereinigung, Charta von Paris, die Machtpolitik der USA im „amerikanischen Jahrhundert“ und die nachsowjetische Rolle Russlands bis hin zu den jüngsten Ereignissen in der Ukraine ziehen durch die Brille Daschitschews am Leser vorüber. Dabei kommen auch viele Zeitzeugen zu Wort. Erstmals erhält der Leser auch Einblick in damals hochaktuelle und brisante Lageanalysen für die sowjetische Regierung, die Daschitschew selbst verfasst hat. Darin werden die Ideen der Perestrojka und des „gemeinsamen europäischen Hauses“ ebenso erläutert wie der Effekt der „negativen Rückkopplung“ eines gegen eine expansive Hegemonialmacht geschmiedeten Weltbündnisses. An Letzterem scheiterten sowohl Hitlerdeutschland als auch die stalinistisch geprägte Sowjetunion, daran wird aber, laut Daschitschew, auch die letzte und einzig verbliebene Supermacht USA scheitern, die an die Stelle der Breschnew-Doktrin von der „beschränkten Souveränität“ nun die Doktrin der „uneingeschränkten Einmischung“ in die inneren Angelegenheiten aller Länder gesetzt habe. Noch keiner Großmacht sei es bisher gelungen, ihre Herrschaft in Europa und in der Welt auf Dauer zu errichten.

    Daschitschew ruft dazu auf, den Anfängen einer globalen Hegemonie und eines die menschliche Zivilisation vernichtenden Weltkonflikts zu wehren. Dafür wird der früher von orthodox-konservativen Kommunisten als „liberaler Häretiker“ geschmähte Wissenschaftler heute von Neokonservativen und orthodoxen Liberalen in die Nähe des „Rechtsextremismus“ gerückt. Abgerundet wird diese Biographie durch einen achtseitigen S/W-Bildteil.

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