Wahrend wir diese Zeilen niederschreiben, vollenden sich hundert Jahre seit der Entdeckung des piezoelektrischen Effektes. Seine technischen Anwendungen lieBen zwar ziemlich lange auf sich warten, sind jedoch heute kaum aus unserem Leben wegzudenken. Die piezoelektrischen Resonatoren steuern die Frequenzen von Send ern sowie den Gang von Quarzuhren, dienen als Frequenzfilter und erzeugen Ultraschallwellen. Etwas im Schatten derartiger Anwendungen machte man sich den piezoelektrischen Effekt ebenfalls zum Messen von Kraften, Drucken und Be­ schleunigungen zunutze. Dieses an und fUr sich nachstliegende Anwendungsgebiet der Piezoelektrizitat wurde auch in der Literatur nur bescheiden berucksichtigt. Eine gebuhrende Aufmerksamkeit wurde ihm eigentlich nur in zwei Monogra­ phien uber die Piezoelektrizitat [S 3, P 3] zuteil, wobei die erste einzig Aufnehmer mit Quarzelementen behandelt und die zweite, der Sprache wegen, nur einem be­ schrankten Leserkreis zuganglich bleibt. AusschlieBlich mit der piezoelektrischen MeBtechnik beschaftigt sich das Buch von W. Gohlke [G8]. Seit dem leicht er­ ganzten Nachdruck sind jedoch immerhin schon zwanzig Jahre vergangen, und die Auflage ist langst vergriffen. Die inzwischen in der deutschen wie auch in anderen Sprachen in Handbuchern der allgemeinen MeBtechnik erschienenen Darstellungen oder Firmenschriften uber spezielle Teilgebiete konnten die Lucke nicht schlieBen.