Der utopische Glaube an die vermeintliche 'Verbesserung' des NS-Staates motivierte eine ganze Reihe von Wissenschaftlern an der durch die Nationalsozialisten als musterhaft inszenierten Reichsuniversität Posen mitzuwirken.Der Autor gibt sich dabei nicht mit der Antwort zufrieden, es seien nur NS-Fanatiker gewesen. Gegenüber der bisher monokausalen Forschung zeigt er, warum die Reichsuniversität nicht nur als eine 'Propagandaeinrichtung' fungierte. Fanatiker, Mitläufer, Karrieristen und Opportunisten sowie Nischen-wächter und innere Migranten glaubten hier, ein das Leben 'umhüllender Wahn' (Fr. Nietzsche), die soziale Magie des NS-deutschen Mysteriums könne vor Brutalität und Sinnlosigkeit, Banalität und Dummheit der total inszenierten Wirklichkeit schützen. Welche Historiker den Weg von der 'Prostitution der Wissenschaft' zur moralischen Erneuerung gegangen sind und welche nicht, gehört zu den zentralen Fragen der Arbeit.