Dass Gefühl und Leidenschaft auch ohne Fleisch und Blut erfahrbar sind, es sich jedenfalls wunderbar erzählen lässt von Sehnsüchten und tief Erlebtem, von Kunst und Musik und den fremdartigen Verhältnissen unter den Menschen, führt uns Rob, die Hauptfigur von Jochen Beyses neuestem Roman vor. Wenn Rob, gehetzt, mitunter gar erschöpft von den Erinnerungen an seine Existenz als Haushaltskraft, sein Nachtlager auf dem Hügel einer Schrotthalde aufschlägt und in die Runde blickt, ist sein Denken also längst kein nüchternes Rechnen mehr. Denn dieser Roboter auf der Flucht scheint menschlicher als der Mensch. Und so ist von ihm weit mehr über den Wahnwitz und Zerfall unserer gegenwärtigen Welt zu erfahren als von manch spätem Menschengeist. Doch was ist hier Wirklichkeit und was Programm, wer Autor und wer Figur?



Jochen Beyse führt in unnachahmlichem Parlando so nah an den Pulsschlag der Jetztzeit, dass sich unsere Wirklichkeit anhört, als käme sie vom Band.