Horst A. Schenks Buch "Meine zwei ersten Leben" ist eine spannende, authentische und teilweise auch sehr persönliche Schilderung seiner Familiengeschichte und seiner Erlebnisse in der frühen Kindheit und Jugend im Zweiten Weltkrieg und im Deutschland der Nachkriegszeit. Der Autor schildert uns seine Vertreibung und Flucht aus dem Sudetenland und die Umsiedlung nach Dachau bei München. Anschaulich erzählt er vom Leben während der amerikanischen Besatzung, von Angst und Hoffnung, der "Stunde null" und von den Entbehrungen und der Armut unter den Flüchtlingen und den Heimatvertriebenen. Eindrucksvoll erleben wir den Alltag im Nachkriegsdeutschland, z. B. die Zustände in den Schulen oder auch die teils kuriosen Vorkommnisse in der Freizeit. Aber wir erfahren auch, wie die Hilfsbereitschaft der Amerikaner, die Eigeninitiative, das Engagement und der Zusammenhalt der Menschen und ihre Freundschaften den Wiederaufbau, das "Wirtschaftswunder" und Deutschlands Aufstieg zu einem der führenden Industrieländer ermöglichten. Der besondere Wert des Buches liegt darin, dass es geradezu zu einem Vergleich der damaligen Zeit mit dem heutigen Leben einlädt.