Mit dem Leopold-Lucas Preis wurde in diesem Jahr Sir Martin Gilbert ausgezeichnet. Der Londoner Historiker wird damit für seine Verdienste als Chronist der Geschichte des jüdischen Volkes, seine umfassende historiographische Darstellung und unverwechselbare Dokumentation der Schicksale verfolgter Personen, Gruppen und Völker unter dem Nationalsozialismus, für seine Beiträge zur Sicherung und Erschließung von Zeitzeugnissen und authentischem Quellenmaterial zur Geschichte des gesamten 'Jüdischen Jahrhunderts' und für seinen Beitrag zur Verständigung zwischen dem Staat Israel und seinen Nachbarn geehrt. In seinem Vortrag anläßlich der Preisverleihung zeigt er die Bemühungen einzelner christlicher Geistlicher im Kampf gegen den Antisemitismus auf und regt eine Konkretisierung der historischen Darstellung des Holocaust an: Die im Vordergrund stehende Tatsache eines Triumphs des Bösen und der Zerstörung darf nicht dazu führen, die zur Geschichte des Holocaust ebenfalls zugehörige Manifestation menschlicher Freiheit und des Willens, Gutes zu tun, zu übersehen.