"Für Memoiren war der Verfasser um keinen Preis zu haben, eher noch für ein Panoptikum, achtzig Jahre Karussell": so eröffnete der große Architekt Hans Doellgast (1891-1974) sein "Journal retour", in dem er kurz vor dem Ende sein Leben in rückwärtslaufender Chronologie festhielt. Mit dem Humor eines Karl Valentin relativierte er gern seine Größe. Dabei stand seine Bedeutung allein schon durch den "interpretierenden", die Erinnerung nicht auslöschenden, Wiederaufbau der Alten Pinakothek in München fest.

Friedrich Kurrent, Doellgasts Nach-Nachfolger an der TU München, stellt diesen Außenseiter der modernen Architektur neben "Parallelfiguren" wie den Skandinavier Lewerentz, den Slowenen Plecnik, den Griechen Pikionis und Hassan Fathi aus Ägypten.

Damit Doellgasts Andenken nicht nur bei Insidern lebendig bleibt, werden die drei Hefte des "Journal retour" nun in einer Faksimileausgabe wieder zugänglich gemacht. Franz Kießling hat das "Panoptikum" neu editiert und um Kurzangaben ergänzt.