Er verkehrte in Kreisen der aufstrebenden Naturalisten, der jungen Wilden, die die Literaturlandschaft umkrempeln wollten. Klaus Groth war voller Lob, Detlev von Liliencron sah in ihm den Wiederbeleber der niederdeutschen Ballade und Theodor Fontane sprach den Figuren seiner Erzählungen gar etwas Tolstoihaftes zu. Es war ein weiter Weg, den der Holsteiner Johannes "Iven" Kruse (1865-1926) mit Dorfschulbildung allein als Autodidakt zurücklegte. Doch er hatte Talent, als Erzähler wie auch als Prosadichter oder Essayist. Der ganz große Durchbruch blieb ihm allerdings versagt. Zu sehr forderte der Kampf ums tägliche Brot als Redakteur seinen Tribut. Was bleibt, ist der Einblick in Leben und Werk einer Person, die zu den großen norddeutschen Lyrikern und Kulturkritikern zählt.