Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in Ostpreußen zu einer großen humanitären Katastrophe. Von der Welt nahezu unbemerkt, starben dort über 100.000 Menschen an Seuchen und Unterernährung. Die Übriggebliebenen waren oft im Kindesalter. Sie landeten in sowjetischen Waisenhäusern oder flohen auf eigene Faust nach Litauen, um ihr Leben zu retten.



"Hunger nagt wie eine in der Brust sitzende Ratte. Er lässt einen voller Wasser laufen, irre herumbrüllen und später eintrocknen. Zwischen Angehörigen zieht er Mauern aus Glas. Er macht einsam. Am Ende verliert man sich auch noch selbst."



Was erlebten damals Vier- und Sechsjährige in den Heimen? Wie bewältigten Acht- und Zehnjährige, die Wolfskinder genannt wurden, den Weg in ein fremdes Land, ohne Mutter, Zielort und Sprachkenntnisse? Welche Erfahrungen sammelten sie beim Betteln und weshalb fanden sie als Deutsche bei der litauischen Bevölkerung überhaupt so eine breite Unterstützung? Wann brachten die sowjetischen Behörden die ostpreußischen Hungerkinder zurück nach Deutschland? Was passierte dann mit ihnen?

Dieses Buch liefert die Antworten und vermittelt spannende Einblicke in ein uns fernes nahes Land und die Seelen seiner letzten Kinder.