Dem italienischen General, der zusammen mit einem Geistlichen etwa
zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs den Auftrag erhält, die sterblichen
Überreste seiner in Albanien gefallenen Landsleute in die Heimat zurückzubringen, wird
seine patriotische Mission im Laufe des Jahres immer fragwürdiger. Schlamm, Kälte und
Regen setzen ihm zu. Trotz genauester Listen ist manches Grab nur schwer zu finden,
oft wird die Identifizierung allein anhand der Knochenreste unmöglich . . . Auf seinen
Fahrten durch die karge Gebirgslandschaft offenbaren sich ihm immer neue
Einzelschicksale: Da hat es einen albanischen Freiheitskämpfer gegeben, der nur mit
einer Flinte bewaffnet gegen die halbe Armee angetreten ist, einen italienischen
Deserteur, der sich bei einem Müller als Knecht verdingt hat, und einen Oberst, der den
Mann der alten Nica aufhängen ließ und ihre Tochter schändete, eine Tat, die das
unscheinbare Mütterchen bis heute zu sühnen sucht.