Der 'Leidenschaftliche Leitfaden', Ciorans letzte rumänische Schrift, 1940 bis 1944 in Paris entstanden, ist ein an bekenntnishafter Kühnheit kaum zu überbietendes Werk, das die jugendliche Schaffensperiode vor dem Hintergrund der Pariser Vereinsamung zusammenfaßt und verschärft. Ein Werk bezwingenden Sprachrausches, das durch den unversöhnlich unzeitgemäßen Ton erschüttert. Der sich aus dem Land seiner Väter gewaltsam Hinaussprengende erkennt, daß der Weg zur Erneuerung über Trümmer und Leichen der eigenen Vergangenheit führt. Nur indem er am Scheideweg mit seinem bisherigen Wüten abrechnet und seinen Überschwang ins Maßlose steigert, vermag er die Schranken der Vereinzelung und die Ausweglosigkeiten des Diesseitigen zu überwinden. Ein Beseligter des Trennungseifers schleudert seine Untergangsblitze in eine betörend erstrahlende Welt des Zwielichts.