Der Altmeister Simon Price (der leider 2011 bereits viel zu früh verstarb) und der aufstrebende Jungstar Peter Thonemann, beide University of Oxford, bieten in ihrem großen Buch beides: Einerseits eine klassische, chronologische Gesamtdarstellung der griechisch-römischen antiken Welt. Andererseits brechen sie diese klassische Form der Darstellung radikal, indem sie durch drei das gesamte Buch durchziehende Grundprinzipien unser Antikenbild auf den Kopf stellen: Sie interpretieren die Ereignisse aus der Vorstellung der Zeit und dem zeitgenössischen Geschichtsbild; sie betonen als Fokus der damaligen Wahrnehmung die regionale, die kommunale Perspektive; und sie beleuchten den Fokus, was ,Europa' bedeutet, immer aus der damaligen, aus der antiken Perspektive.

So entsteht eine klassische, umfassende Darstellung für jeden an der Antike Interessierten, und gleichzeitig eine lebendige, moderne Analyse. Wer sich für die Wurzeln unseres Europa interessiert, kommt an diesem Werk nicht vorbei.