Die zentrale Themenstellung betrifft die Frage, in welchem Maße die Verteidigung in den Nürnberger Prozessen tatsächlichen Einfluss auf den Prozessverlauf und -ausgang nehmen konnte. Hierbei wird neben den Grundlagen der Verteidigungsarbeit auch auf Fragen der Rechtsstaatlichkeit bzw. Fairness der Verfahren eingegangen. Die juristische Arbeit der Verteidiger in den Nürnberger Prozessen ist bisher kaum erforscht. Im Kern der Arbeit steht daher die Auseinandersetzung mit konkreten Prozesssituationen, deren Darstellung und Einordnung unter besonderer Berücksichtigung der Verteidigung anhand von Primärquellen, vornehmlich der originalen Prozessprotokolle. Die Arbeit des Nürnberger Verteidigers Friedrich Bergold im Hauptprozess sowie in drei Nachfolgeprozessen wird insbesondere dahingehend aufbereitet, inwieweit Verteidigungsstrategien entwickelt und umgesetzt werden konnten. In einer abschließenden Betrachtung werden die gewonnenen Ergebnisse zusammengeführt und prozessübergreifend ausgewertet.