Die in einem kürzlich erschienenen, explizit als Streitschrift deklarierten Essay vertretene Ansicht des Wiener Publizisten Michael Ley, die Akteure der Achtundsechziger seien allesamt Kinder Hitlers gewesen, hat zwar viel Beifall erhalten, aber erwartungsgemäß auch entschiedene Ablehnung und Widerspruch ausgelöst. Rolf Stolz, selbst aktiv Beteiligter der Bewegung und aufmerksamer Zeitzeuge der Ereignisse, kritisiert daher mit der vorliegenden Replik "zugleich argumentierend und polemisch" die "Totalentsorgung der sehr komplexen Impulse des Jahres 1968" sowie die undifferenzierte Art der Vergangenheitsbewältigung. Er erwartet, dass sich daraus weitere Debatten ergeben, von der die zeithistorische Geschichtsschreibung nur profitieren kann.