Paul Adler (1878-1946), ein Dichter aus dem deutsch-jüdischen Prag Franz Kafkas, lebte zwei Jahrzehnte, bis zu seiner Vertreibung im Jahr 1933, in der Gartenstadt Hellerau bei Dresden. Den Zeitgenossen galt Adler als Inbegriff einer neuen, weltverändernden Dichtung: Salomo Friedländer nannte ihn einen 'Musiker mit Worten' und den Roman 'Zauberflöte' 'eine Bibel zwischen modernen, profanen Büchern', der es 'um den Himmel auf Erden' geht. Dennoch ist Adler heute - wie diese Studie zeigt, durchaus zu Unrecht - fast vergessen.

Dieses Buch erschließt erstmals umfassend Leben und Werk Paul Adlers. Die Autorin nähert sich dem Dichter auf Basis einer umfassenden Erschließung bislang unbekannter Quellen und stellt sein Werk in den Kontext der expressionistischen Kunstrevolution, der >Werkpolitik< des Autors sowie der Neufindung eines jüdischen Selbstbewusstseins am Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit diesen Perspektivierungen zeigt sie exemplarisch die aktuelle Zugänglichkeit eines faszinierenden Autors auf: In der umstrittenen >deutschjüdischen Kultur-Symbiose< war Paul Adler eine geistige Leitgestalt; und für die historisch einmalige Blüte der jüdischen Kultur in Mitteleuropa ist sein Denken und Schaffen beispielhaft.