Nur fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind die Sieger von 1945 Todfeinde geworden. Sie türmen Nuklearwaffen auf, die den Erdball in Brand setzen können. US-Planer entwerfen Szenarien mit sechzig Millionen Ziviltoten in Rußland. Stalin aber lotst die Westmächte in einen Krieg mit dem kommunistischen China. Austragungsort ist Korea. Der dreijährige Krieg der UNO-Streitmacht unter Führung der USA vernichtet jeden dritten Nordkoreaner. MacArthur fordert Atombomben gegen chinesische Städte. Am Grenzfluß zu China, dem Yalu, entscheidet sich das Schicksal der Zivilisation.

In seinem neuen Buch wagt der Historiker Jörg Friedrich, bekannt für unorthodoxe Fragen an die Geschichte, einen neuen, verstörenden Blick auf das dramatische Jahrzehnt 1945 bis 1955, als das Ringen um Hegemonie zwischen den beiden Weltkriegssiegern USA und Sowjetunion nicht nur in Europa, sondern vor allem in Fernost einem neuen Weltbrand entgegensteuert. Schon in der Berlinkrise 1948/49 werden nukleare Kriegsszenarien mit Millionenverlusten wie selbstverständlich erörtert und geplant. In Korea steht die Menschheit dann am Rande des atomaren Weltkriegs. Eindringlich schildert Friedrich dieses weitgehend vergessene Kapitel unserer jüngsten Zeitgeschichte, ein Untergangsszenario von beklemmender Aktualität.