Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Note: 1,0, Leuphana Universität Lüneburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Dieser Arbeit liegt die Frage zugrunde, welche Interpretationen der Begriffe "Volk" und "Nationen" bei Björn Höcke nachzuweisen sind und wie diese kritisch, auch im Hinblick auf die Vergangenheit, zu bewerten sind. Aus Platzgründen habe ich mich auf die Verwendung dieser beiden Begriffe und den Versuch konzentriert, die Ideologie hinter Höckes Aussagen zu erkennen und auf historischer Grundlage einzuordnen. Warum diese Frage wichtig ist, ergibt sich aus der These, dass sich zwar sehr viele, aber nicht alle Aussagen Höckes dem Nationalsozialismus oder fremdenfeindlichen Motiven zuordnen lassen und er sich selber immer wieder vom rechtsradikalen Spektrum distanziert: "In dieser Unschärfe bietet sich Björn Höcke seinen Anhängern als Projektionsfläche an für vielfältige deutschtümelnde, [sic!] islamophobe, eliten- und systemfeindliche Vorstellungen." (Polke-Majewski 2016, S. 3).



Aktuell ist die Aufgabe der politischen Einordnung Höckes anhand der Begriffsverwendungen von "Volk" und "Nation", die maßgeblich zu der Positionierung der Partei beitragen, zusätzlich bedeutsamer gworden, da die AfD am 13. März 2016 bedeutende Wahlerfolge in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erzielen konnte. Mit dem Erstarken seiner Partei wird auch Höcke eine zunehmend wichtigere Rolle im politischen Tagesgeschehen spielen, weshalb es sich lohnt, seine Aussagen und Positionen näher zu untersuchen.



Um sich einer Beantwortung der vorliegenden Fragestellung anzunähern, bedarf es zunächst einer, aus Platzgründen exemplarischen, Übersicht über mögliche Definitionen der Begriffe "Volk" (Kapitel 1.1) und "Nation" (Kapitel 1.2). Daran anschließend werden in Kapitel 2 unterschiedliche Aussagen von Höcke auf Hinweise für eine mögliche Zuordnung zu ei