Der Kapitalismus ist in ein neues, sozial-destruktives Entwicklungsstadium getreten. Trotz ungebrochener Reichtumsproduktion wird die soziale Kluft zwischen arm und reich immer tiefer. Elend und Bedürftigkeit greifen auch in den Metropolengesellschaften stetig um sich. Ebenso skandalöse öffentliche Armutsformen: Schulen verfallen, Kultureinrichtungen sind bedroht, lebenswichtige Infrastrukturbereiche befinden sich in einem jämmerlichen Zustand. Die sozialen Rückentwicklungen sind dabei keine Entgleisungen. Auch zivilisatorische Verfallsprozesse werden von den neoliberalistischen Umgestaltungsstrategen billigend in Kauf genommen. Soziale Zuversicht, im Prosperitäts-Kapitalismus vorherrschend, ist von Zukunftssorgen und Abstiegsängsten verdrängt worden, weil das Risiko, sozial zu scheitern, sich verallgemeinert hat. Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise hat den abhängig Arbeitenden weitere Opfer aufgebürdet. Weil die Krisenprozesse nicht automatisch Gegenwehr produzieren, drängt sich die Frage auf, welche Widerstandsperspektiven dennoch existieren.