Ein Vierteljahrhundert in der NPD. Der Rück- und Austritt von Holger Apfel liegt inzwischen drei Jahre zurück. Erstmalig äußert sich der ehemalige Partei- und Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag über seine Beweggründe, die ihn dazu veranlassten, einen Schlussstrich zu ziehen. "Wer sich mit einer Klapperschlange ins Bett legt, der muss sich nicht wundern, wenn er gebissen wird!", so Apfels ernüchterndes Fazit über seine Zeit innerhalb jener Partei, die zweimal verboten werden sollte und in der Hochphase der NSU-Debatte als Staatsfeind Nummer Eins gehandelt wurde.

Mitverantwortlich für den Radikalisierungsprozeß der NPD in den 90er Jahren, schildert er seinen Bewußtseinswandel und seinen Versuche, alte Zöpfe abzuschneiden und aus der Partei der Ewiggestrigen eine moderne Rechtspartei zu formen. Ein gesellschaftliches Vakuum, das inzwischen von der aufstrebenden "Alternative für Deutschland" erfolgreich gefüllt wird.

Neben seiner eigenen Biografie gibt das Buch einen tiefen Einblick in das Innenleben der NPD. Am Ende seines Weges steht kein "Rachefeldzug" und auch kein unreflektiertes Abschwören. Holger Apfel geht es um ehrliche Aufarbeitung. Er übernimmt Verantwortung und setzt sich selbstkritisch mit seinem eigenen Handeln auseinander. Apfels erworbene Erkenntnisse lassen hinter die Kulissen einer ganzen Szene schauen, die nach wie vor daran glaubt, dass ihre politische Stunde eines Tages kommen wird.