Nüchtern und emotionslos werden die Gefahren der gegenwärtigen Entwicklung aufgezeigt und grundsätzliche Bedenken gegen die Utopie einer multikulturellen Gesellschaft vorgebracht. Verhaltensforscher, Wirtschafts- und Bevölkerungswissenschaftler, Systemtheoretiker und Politiker melden sich in dem leicht lesbar geschriebenen Buch zu Wort. Gerade die Wissenschaft zerstört viele verbreitete Illusionen: den Glauben etwa, dass die Zuwanderung unser Pensionssystem sichert oder dass sie ohne schwerwiegende ökologische und soziale Belastungen vonstatten gehen kann. Ändert sich das Gesicht einer Gesellschaft zu schnell, kann dies ebenso zur Katastrophe führen wie eine Politik, die menschliche Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen nicht zur Kenntnis nimmt.



Dabei halten die Autoren jedoch stets an Humanität und Toleranz als Leitgedanken unserer Gesellschaft fest. Die Entwicklung zur multikulturellen Gesellschaft wird von diesen Grundwerten aber genausowenig gefordert, wie eine forcierte Einwanderungspolitik auch kein geeignetes Mittel zur Lösung der Probleme in der dritten Welt ist.



Kurz gesagt: Die hier geäußerten Ansichten entsprechen oft nicht den gängigen Klischees und Zukunftserwartungen, doch haben die Argumente der Autoren ein derartiges Gewicht, dass sie für die demokratische Meinungsbildung unverzichtbar sind. Ein Buch für jeden politisch Interessierten!