In einem Europa des Aufbruchs muß auch Österreich seine Position neu bestimmen; auch in diesem Land wird daher die Diskussion über die eigene Identität wieder laut. Dabei bleibt jedoch ein wesentlicher Teil der Geschichte ausgeklammert, die Österreich in und für Deutschland gespielt hat. Voll Unverständnis wird auf den großdeutschen Gedanken geschaut, der in der ersten Republik alle politischen Lager beherrschte.

Identität läßt sich nicht verordnen, sondern ist immer ein Produkt der Geschichte. Ihr muß sich jeder stellen, der seine Position bestimmen will. Dieses Buch soll einen verdrängten Teil der österreichischen Seele ausloten und im Schatten liegende Bereiche österreichischer und deutscher Geschichte erhellen. So wird nicht nur ein differenziertes Bild des „nationalen“ Gedankens entworfen, sondern auch die völlige Veränderung der Stimmungslage im heutigen Österreich historisch erklärt.