Die frühere Realpolitikerin Antje Hermenau ist lange das ostdeutsche Gesicht der Grünen gewesen. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie sich eingestehen musste, dass auch diese Partei keine volksnahe Partei sein möchte. Der Essay "Das große Egal" ist damit auch eine profunde Bilanz dessen, was jedwede Partei nach Wahlen nicht bereit ist zu leisten.

Hermenau stellt vielerorts fest, wie sich „das große Egal“ auf Samtpfötchen angeschlichen und teilweise bereits eingenistet hat. Die Corona-Umstände verstärkten diese Tendenz zur Gleichgültigkeit noch einmal. Gleichgültigkeit nun ist ein Zustand, der für Menschen wie Hermenau nicht nur unerquicklich, sondern schlichtweg undenkbar ist. Ein kluger, leidenschaftlicher Aufsatz!

„Für jeden kommt einmal der Tag im Leben, an dem er für das, was ihm wichtig ist, einstehen muß“.