Diese, außerhalb Russlands wohl immer noch einzige Monographie über Leben und Werk des russischen christlich-orthodoxen Philosophen und Rechtswissenschaftlers Iwan Iljin (1883-1954), von Wolfgang Offermanns, ist ein einzigartiges „geistiges Porträt“ des bedeutenden russischen Philosophen. Nach einer biographischen Übersicht und einer Erörterung der Quellen von Iljins Denken behandelt Offermanns in gebotener Ausführlichkeit dessen Erkenntnislehre, Rechts- und Staatslehre, Ethik, Ästhetik sowie Religionsphilosophie. Die ganze Breite des gewaltigen Iljinschen Lebenswerks wird so für die deutschsprachige Leserschaft, die sonst immer auf Informationen aus politisch allzu korrekter Feder angewiesen war, erstmals wirklich dem Gegenstand angemessen erfahrbar.

In der Sowjetunion war Iljin weitgehend unbekannt, da die staatliche Zensur seine Werke nicht ins Land ließ. Im postsowjetischen Russland hat man sich an Iljin nicht sofort erinnert. Heute ist Iwan Iljin in ganz Russland bekannt, aber nicht etwa nur wegen der Tatsache, dass er der „Lieblingsphilosoph“ des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putins ist, was diesem übrigens wegen der endlich breit erkannten hohen Qualität von Iljins Werk ein gutes Zeugnis ausstellt, sondern aufgrund von Iljins brillanter Antizipation der Probleme Russlands nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, an den er immer geglaubt hat. Im Westen hat das offene Entsetzen über dieses Ereignis dagegen zur relativistischen Postmoderne geführt, mit deren Hilfe destruktive kommunistische Ziele weiterhin versteckt verfolgt werden sollen. Iljins Denken immunisiert gegen diesen Zeitgeist.