Im Nachdruck, bitte vormerken.

Krumme Gestalten, vom Wind gebissen, erkennt ein Essay von Monika Maron in den Wolkengebilden am vorpommerschen Himmel und den Leuten darunter, jedweder Obrigkeit gegenüber stets mißtrauisch. Das ist alles andere als abfällig gesprochen, denn Marons Blick auf die Erscheinungen des Lebens bleibt stets unbestechlich, aber teilnehmend: Aus persönlicher Warte beobachtet und bedenkt sie in ihren Essays aus den letzten dreißig Jahren unsere Lage als Geschöpfe dieser Welt in vielerlei Facetten, und es wird dabei sichtbar, was uns alle betrifft. Die Spannweite ihrer Betrachtungen reicht von der Frage danach, was in Worten sagbar ist, über das Verhältnis von Mensch und Hund bis hin zu wenig ersprießlichen Erfahrungen wie dem unausweichlichen Altern oder der unerfreulichen Lektüre der heutigen Medien, die gelegentlich in galliges Gelächter münden mögen. Beißender Wind kann aus allen Richtungen kommen – mag dies einen auch krümmen, sehen wir in Monika Marons Essays, daß man sich davon nicht verbiegen lassen muß.